Michael Kerbler im Gespräch mit Daniel Kehlmann
| Akademietheater, Wien |
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Mit seinem Roman „Die Vermessung der Welt" feierte Daniel Kehlmann einen Sensationserfolg: Weit mehr als eineinhalb Millionen Exemplare verkauften sich bisher von diesem Roman, der in fast vier Dutzend Sprachen übersetzt wurde. Für sein nächstes Werk betonte Kehlmann oft, keine Kopie des erfolgreichen Buchs nachliefern zu wollen. Nun ist das Manuskript für das neue Buch abgeschlossen. Sein Titel: „Ruhm".
Das neue Buch besteht aus 9 Episoden, die sich nach und nach zu einem romanhaften Gesamtbild zusammenfügen: Ein Mann kauft ein Mobiltelefon und bekommt Anrufe, die einem anderen gelten; nach kurzem Zögern beginnt er ein Spiel mit der fremden Identität. Ein Schauspieler wird von einem Tag auf den nächsten nicht mehr angerufen, als hätte jemand sein Leben an sich gerissen. Ein Schriftsteller macht zwei Reisen in Begleitung einer Frau, deren größter Alptraum es ist, in einer seiner Geschichten vorzukommen. Ein verwirrter Internetblogger wiederum wünscht sich nichts sehnlicher, als einmal Romanfigur zu sein. Eine Krimiautorin geht auf einer abenteuerlichen Reise in Zentralasien verloren, eine alte Dame auf dem Weg in den Tod hadert mit dem Schriftsteller, der sie erfunden hat, und ein Abteilungsleiter in einem Mobiltelefonkonzern verliert über seinem Doppelleben zwischen zwei Frauen den Verstand.
Dieses Buch handelt von Ruhm und vom Verschwinden, von Wahrheit und Täuschungen - es steckt, dessen kann man gewiss sein, voller unvorhersehbarer Wendungen.
Vor kurzem wurde Daniel Kehlmann mit dem Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet. Der 33-Jährige habe gezeigt, dass man Thomas Mann nachfolgen könne, ohne ihn zu imitieren, meinte die Jury. Wie bei Thomas Mann finde sich auch im Werk Kehlmanns immer wieder die «mehrfache Erzählbarkeit der Welt», die Vermischung von Fantasie und Meta-Fantasie, von Fiktion und mehrerer möglicher Realitäten, sagte der Vizepräsident der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft Heinrich Detering in seiner Laudatio. Vor Kehlmann haben unter anderem Günter Grass und Siegfried Lenz diesen Preis erhalten.
Michael Kerbler und Daniel Kehlmann