Österreichische Nationalbibliothek
„Dem Stumpfsinn die Geisteskappe aufsetzen“. thomas bernhard heute
30.4.2026 | Österreichische Nationalbibliothek - Literaturmuseum
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Kaum ein anderer österreichischer Schriftsteller hat (auch) international so großen Einfluss wie er. Das zeigen nicht nur laufend neue Theaterinszenierungen und rund 800 Erstübersetzungen seiner Werke in über vierzig Sprachen. Auch in zahlreichen Büchern zeitgenössischer Autor*innen finden sich Spuren: Mehr als 250 Einträge von Argentinien bis Vietnam verzeichnet das Forschungsprojekt „GlobalBernhard“.
Zu seiner charakteristischen Sprache und seinen apodiktischen, keinen Widerspruch duldenden Urteilen findet Bernhard erst viele Jahre später. Ein Vergleich von Früh- und Spätwerk zeigt die Spannung, die Bernhards Verhältnis zu seinem Herkunftsland und den Orten seiner Kindheit und Jugend bestimmte, darunter Seekirchen, wohin der knapp Vierjährige 1935 mit den Großeltern aus Wien übersiedelte.
Neben den Stationen seines Aufwachsens beleuchtet die Ausstellung Bernhards Verhältnis zur Welt und seinen Reisen. „Wenn ich das Wort London las“, heißt es im autobiografischen Buch „Ein Kind“ (1982), „war ich begeistert […]. Ich verbrachte halbe Nächte über Europa, das ich in meinem Atlas aufgeschlagen hatte, über Asien, über Amerika.“ Zu sehen sind unter anderem Fotografien von Auslandsaufenthalten, etwa von einer Lesereise in den Iran oder von Reisen in den Süden, sowie ein erstmals öffentlich präsentierter Super-8-Film von einem New-York-Aufenthalt Bernhards im Oktober 1979 oder Postkarten des Autors an sich selbst.
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