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Jüdisches Museum Wien

„Gestern bei M. E. Mayer eingetroffen“ – Fragmente einer vergessenen Erfolgsgeschichte

Die Vitrine im Schaudepot würdigt ein längst vergessenes Wiener Unternehmen - die Parfümerie M. E. Mayer.

8.2.2021 - 3.10.2021 | Jüdisches Museum Wien

Die beiden eleganten Parfümerien von M. E. Mayer in den 1920er Jahren ein Begriff. Sie befanden sich am Lobkowitzplatz 1 und am Graben 17 in der Wiener Innenstadt. Das Unternehmen produzierte viele der angebotenen Seifen, Cremes, Parfüms, Puder, Rasierwasser, -apparate und -klingen selbst. Die Fabrik dafür lag in der Pernerstorfergasse 57 im 10. Wiener Gemeindebezirk und nahm einen ganzen Häuserblock ein. Ab September 1932 wurde in der Parfümerie am Lobkowitzplatz ein Gästebuch geführt, in dem sich die Prominenz dieser Zeit verewigte, darunter Carl Zuckmayer, Hugo Thimig, Ida Roland, Fritz Grünbaum, Louise Rainer, Alexander Lernet-Holenia, Franz Werfel, Nora Gregor und Hedy Mandl (später Lamarr). Nach dem „Anschluss“ 1938 wurde das wertvolle Duft- und Schönheitsimperium „arisiert“. Die vormaligen Inhaber Theodor und Paul Mayer, zwei Söhne der einstigen Firmengründer Emilie und Max Mayer, flüchteten mit ihren Familien vor der antisemitischen Verfolgung nach Argentinien bzw. in die USA, 1950 kauften die Söhne der inzwischen verstorbenen Brüder die Wiener Firma zurück und führten die Geschäfte weiter. Als die MEM Seifen- und Parfümerie-Vertriebsgesellschaft m. b. H. 1978 aufgelöst wurde, waren die Zeiten des Glanzes aber lang vorüber. Das Jüdische Museum Wien würdigt nun das einstmals so beliebte, heute leider gänzlich vergessene Wiener Unternehmen mit einer Präsentation im Schaudepot.

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